
Bali zu zweit — schön, touristisch, und trotzdem unvergesslich
13 Nächte, drei Inseln, ein privater Pool — und die ehrliche Antwort auf die Frage: Würden wir nochmal fahren?
Es war unser erster gemeinsamer Urlaub. Kein jahrelang gehegter Traum, keine Bucket-List-Abhakerei — sondern einfach: Bali. Dreizehn Nächte, drei Hotels, drei völlig unterschiedliche Welten auf einer Insel.
Die Anreise: Frankfurt → Singapur → Denpasar
Wir flogen am 12. Oktober abends mit Lufthansa ab Frankfurt — gut zwölf Stunden nach Singapur, dann am nächsten Tag mit Jetstar weiter nach Denpasar, nochmal zweieinhalb Stunden. Insgesamt also rund 15 Stunden reine Flugzeit plus Layover. Man kommt müde an. Das ist okay.
Was man nicht müde angehen sollte: die Situation direkt am Flughafen.

Tipp für die Ankunft: An den Taxi-Ständen in Denpasar warten Leute, die sehr aufdringlich versuchen, euch als Fahrgäste zu gewinnen — zu Preisen, die weit über dem Marktpreis liegen. Mein Rat: Schon vor der Landung die Grab-App einrichten (Asiens Äquivalent zu Uber) und den Fahrer direkt über die App buchen. Alles läuft über die App ab, der Preis steht vorher fest, kein Verhandeln. Und: Am besten gleich am Flughafen ein bisschen Bargeld tauschen, da viele Fahrer cash bevorzugen.
Nusa Dua — The Laguna, A Luxury Collection Resort & Spa
13.–18. Oktober · 5 Nächte · Deluxe-Zimmer mit Gartenblick

Das erste Hotel. Beim Check-in wurde uns ein Upgrade angeboten — wir ließen uns überraschen. Das Zimmer war solide, ruhig, Gartenblick. Da das Hotel ohnehin keinen direkten Meerblick bietet, haben wir das schnell abgehakt und waren damit zufrieden.
Was unser Zimmer besonders gemacht hat: ein eigener Zugang zu einer separaten Poollandschaft — über eine kleine Holzleiter direkt vom Zimmer aus. Genau das ist auch das, was The Laguna ausmacht und dem Hotel seinen Namen gibt: überall Wasser, weitläufige Poolanlagen, Wasserwege zwischen den Gebäuden. Wer Wasserlandschaften mag, ist hier genau richtig.

Was The Laguna wirklich auszeichnet: der Service. Die Mitarbeiter kannten unsere Namen nach dem ersten Vorstellen. Das Essen im Hotel war schlicht ausgezeichnet. Die Promenade am Wasser lädt zum Schlendern ein — und eine frische Kokosnuss in der Hand macht alles besser.

Ein ehrlicher Hinweis zum Strand: Nusa Dua unterliegt den natürlichen Gezeiten. Bei Pech ist tagsüber kaum Wasser zum Baden da — der Strand sieht dann alles andere als paradiesisch aus. Das ist kein Einzelfall, sondern Natur. Wer vor der Reise die Gezeitenzeiten checkt, vermeidet Enttäuschungen.

Das Hotel bot außerdem kostenlose Kulturprogramme an — vom gemeinsamen Basteln traditioneller balinesischer Dekorationen bis zu Ritualen. Wer Lust hat, tiefer in die Kultur einzutauchen, bekommt hier ungezwungene Gelegenheiten dazu, ohne sich durch Touristenprogramme zu kämpfen.
Fußläufig gibt es abends das Bali Collection — eine Art Einkaufs- und Restaurantmeile. Wir waren ein, zwei Mal dort, haben auch kleine Läden und Restaurants in der Umgebung ausprobiert. Aber das Beste war immer das Hotel selbst.
Die ehrlichste Aussage über Nusa Dua ist diese: Man spürt Bali dort kaum. Es ist eine sehr aufgeräumte, sehr auf Tourismus ausgerichtete Ecke der Insel — angenehm, aber steril. Man liegt am Pool, trinkt Kokosnuss, ist im Urlaub. Das reicht manchmal.
Unsere Empfehlung: The Laguna lieber am Ende einer Bali-Reise einplanen, nicht am Anfang. Wer sich nach intensiven Tagen verwöhnen lassen möchte, liegt hier genau richtig. Als Einstieg fehlt der Kontrast zur Insel.
Ubud — Royal Kamuela Villas & Suites at Monkey Forest
18.–22. Oktober · 4 Nächte · Villa mit privatem Pool

Ubud war eine andere Welt. Das Hotel liegt direkt am Monkey Forest — und das ist kein Marketing-Versprechen, sondern buchstäblich: Auf dem Weg nach draußen laufen Affen vorbei. Im Wald leben die Langschwanzmakaken frei, man darf sie nicht füttern. Das interessiert viele Touristen wenig. Man kennt das.
Die Luftfeuchtigkeit in Ubud ist intensiv. Wir hatten ein paar verregnete Tage, ein paar mit Sonne — immer schwül, immer warm. Wir haben alles ohne Reiseführer erkundet.
Was wir gemacht haben:


Kopi Luwak Plantage in Kumulilir (Jl. Raya Pujung Kaja, Sebatu, Tegallalang): Der Eintritt ist kostenlos — man bekommt eine Führung durch die Anlage mit Erklärungen zur Kaffeeherstellung von der Pflanze bis in die Tasse, danach ein kostenloses Tasting verschiedener Tees und Kaffees. Im Gegenzug freut man sich, wenn man im angeschlossenen Shop etwas kauft. Das ist kein Druck, eher eine stille Erwartung — und fair, denn die Preise sind moderat. Selbst die Getränke vor Ort sind günstig, es lädt zum Verweilen ein.
Das Highlight ist der Luwak-Kaffee — Kaffeebohnen, die eine Zibetkatze frisst, in deren Magen fermentieren und dann, nun ja, wieder das Licht der Welt erblicken. Was dabei entsteht, gilt als einer der seltensten und teuersten Kaffees weltweit. Der Geschmack: überraschend mild. Kein Muss — aber ein Erlebnis, über das man beim Trinken besser nicht zu viel nachdenkt.
Abseits des Tastings hat die Anlage auch ein paar liebevoll hergerichtete Fotospots — nichts Übertriebenes, aber hübsch gemacht und einen Schnappschuss wert.
Tegalalang Reisterrassen: Atemberaubend grün, auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielte. Wir sind trotzdem durch die Terrassen gelaufen — es ist schön, egal ob Sonne oder Wolken. Für Drohnenaufnahmen gibt es einen kleinen Aufpreis von umgerechnet etwa 5 Euro. Die Aufnahmen sind es wert.
Und dann war da noch der sogenannte Bali Belly — Carina hatte das Vergnügen. Wer länger in Bali ist, kennt das Risiko: Magen-Darm-Beschwerden durch ungewohntes Essen oder Wasser. Kohletabletten und Vitamine haben nach 2–3 Tagen geholfen. Lieber vorsorgen als nachkaufen müssen.
In Ubud hat man übrigens tatsächlich mehr das Gefühl, das echte Bali zu spüren — die Tempel, das Grün, die Stimmung auf den Straßen. Auch wenn der Tourismus längst angekommen ist.
Das Hotel selbst: Das schönste, in dem wir je gewohnt haben. Punkt. Die Anlage, wie es gebaut und eingerichtet ist, die Atmosphäre — das war einzigartig. Den privaten Pool haben wir selten genutzt, aber immer schön gewusst, dass er da ist. Den Service hingegen haben wir kaum gespürt — er war deutlich unauffälliger als in Nusa Dua.
Transfer nach Nusa Penida
Den Transfer haben wir über 12Go gebucht — unkompliziert, gut kommuniziert, reibungslos. Wer seinen Treffpunkt zu weit entfernt findet, kann gegen kleinen Aufpreis auch direkt vom Hotel abgeholt werden. Hat bei uns ohne Probleme funktioniert.
Nusa Penida — Atalaya Villas, Adults only
22.–26. Oktober · 4 Nächte · Suite mit privatem Pool

Das letzte Kapitel — und das stillste. Die Atalaya Villas liegen auf einem Hügel mit einer Kulisse, die man sich nicht ausdenken kann. Wir waren kaum Gäste in der Unterkunft, das Restaurant hat gefühlt nur für uns gekocht — und das Essen war wirklich gut.
Einen Abend haben wir auswärts gegessen, im Nusava Restaurant (Sakti, Nusa Penida). Fast menschenleer, schöne Atmosphäre, guter Service. Beim Nachtisch hatten wir weniger Glück — er war schlicht ungenießbar. Wir mussten ihn am Ende nicht bezahlen. Das hat mich ehrlich gesagt beeindruckt.
Den meisten Zeit haben wir im privaten Pool verbracht. Nusa Penida ist rauer, weniger ausgebaut als Bali — und genau das ist der Reiz.
Beach Hopping: Von der Unterkunft aus haben wir Tagestouren zu den Stränden unternommen. Alle drei absolut empfehlenswert:
- Mata Air Crystal Bay — türkisblaues Wasser, ruhige Atmosphäre
- Kelingking Beach — der T-Rex-Felsen. Berühmt, zu Recht.

- Pandan Beach — weniger bekannt, dafür umso schöner
Wer auf Nusa Penida ist: Beach Hopping ist Pflicht.
Fazit — und die ehrliche Antwort
Würden wir nochmal nach Bali? Wahrscheinlich nicht.
Bali ist schön — das stimmt. Aber es ist auch sehr touristisch, sehr auf Tourismus ausgelegt, und das echte Bali ist schwer zu finden, wenn man es sucht. In Ubud bekommt man am ehesten einen Eindruck davon — aber selbst dort merkt man, wie sehr der Massentourismus die Atmosphäre mittlerweile prägt.
Es gibt schönere Flecken auf der Welt. Ruhigere, authentischere, weniger überlaufene.
Was bleibt: der erste gemeinsame Urlaub. Der Monkey Forest. Die Stille auf Nusa Penida. Die Kokosnuss am Pool in Nusa Dua. Das beste Hotel, in dem wir je waren.
Das reicht für eine Reise, die man nicht vergisst — auch wenn man nicht unbedingt zurückfährt.